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Saison nach schwerem Unfall vorzeitig beendet
(15. September 2008) Erst einmal möchte ich sagen, dass es mir sehr gut geht. Bis auf Kopfschmerzen, einen steifen Nacken und blaue Flecken habe ich diesen doch heftigen Unfall auf dem Sachsenring gut überstanden. Doch nun der Reihe nach: Das Wetter bei diesem 8. Saisonlauf zum ADAC Logan Cup an diesem Samstag war nahezu perfekt: Sonne, blauer Himmel und um die 15 Grad. 30 Renn-Logans waren wieder am Start, unser Racing Team Herz ging mit mir, Teamchef Maik Herz, Marcel Berndt und Michael Labahn ins Rennen.

Nach der Fahrerbesprechung stand wie immer die Streckeneinweisung auf dem Programm, die ich mit meinem Privat-PKW fuhr. Und bereits da merkte ich, dass es der Sachsenring wirklich in sich hat - und zwar jede Kurve. Die Strecke besteht aus schwierigen, engen Kurven und einigen Mutpassagen, die man mit hoher Geschwindigkeit durchfährt und in denen man leicht in die hier noch vorhandenen Kiesbett rutschen kann. Im Freien Training fuhr zuerst Maik Herz, dann stieg Michael Labahn in den Logan, ehe ich meine Trainingsrunden bestritt. Die angesprochene hohe Schwierigkeitsgrad der Strecke sorgte jedoch für viele Code-60-Phasen, also Phasen in denen man nicht schneller als 60 km/h fahren darf während Autos aus dem Kies gezogen werden. Deshalb konnte ich, wie wir alle im Team, nur zwei schnelle Runden fahren, in denen ich jedoch noch etwas verhalten zu Werke ging, da ich die Strecke auch nicht kannte.

Den letzten Trainingsabschnitt sowie die Qualifikation fuhr Marcel Berndt. Im Training landeten wir auf P22, im Qualifying stand Startplatz 17 zu Buche. Von dieser Mittelfeld-Position startete Michael Labahn für uns. Er hatte beim Start jedoch etwas Probleme und fiel weit zurück. Als Zweiter bestritt dann Marcel seinen Renneinsatz und machte verlorene Zeit gut. Nach Dreiviertel des Rennens übernahm ich das Logan-Steuer und kam anschließend erstaunlich gut zurecht. Selbst die Mutpassagen bereiteten mir keine wirklichen Probleme mehr, auch wenn ich in einer Vollgas-Kurve öfter lupfte, da ich unter Vollgas mehrmals fast das Auto verlor und keinen Abflug in das doch sehr tiefe Kiesbett riskieren wollte. Diese Kurve hat jedoch für einen echten Adrenalinkick gesorgt, den ich bisher auf keiner anderen Strecke erleben durfte. Einfach sensationell!

Kurz vor Ende meines Rennabschnitts drehte ich mich in der ersten Kurve, da ich etwas zu spät gebremst hatte. Dadurch überholte mich der Logan mit der Startnummer 19 wieder, mit dem ich mir zuvor ein heißes Duell geliefert hatte. Ich schloss jedoch in den folgenden Runden wieder auf, verlor jedoch im Trubel des Überrundens die Position wieder an die 19. Nach einer sehr schnellen Bergabpassage - die Logans erreichen hier bis zu 200 km/h - lag ich dann wieder hinter der 19, die zwischen der vorletzten und letzten Kurve bei hoher Geschwindigkeit neben die Strecke rutschte. So etwas passiert andauernd, ich wollte also auf der Strecke an dem Konkurrenten vorbei fahren, der voll auf dem Gas blieb und versuchte, auf die Strecke zurückzufahren. Dabei verlor er jedoch die Kontrolle über sein Auto, schoss unvermittelt quer auf die Bahn zurück, ich konnte nicht mehr ausweichen, traf ihn mit hoher Geschwindigkeit in der linken Hintertür und wir schlugen gemeinsam noch in die Leitplanke ein.

Wir blieben beide unverletzt, wurden aber für Untersuchungen ins Medical Center an der Strecke gebracht. Ich hatte etwas Nackenschmerzen und wurde deshalb ins nahe gelegene Krankenhaus nach Lichtenstein gebracht, wo ich näher untersucht und wo auch die Halswirbelsäule geröngt wurde. Es war jedoch nichts gebrochen und ich konnte nach ca. einer Stunde wieder das Krankenhaus verlassen.

Unsere Saison ist damit beendet, da unser Logan bei dem Unfall vollkommen zerstört wurde. Ich mache niemanden für den Unfall verantwortlich, es war einfach ein Rennzwischenfall, der im Motorsport passiert.

Links zum Thema:
Fotos vom 8. Saisonlauf auf dem Sachsenring>>